Dienstag, 24. Juli 2018

Schluss mit Langeweile: mit Vollgas durch die Woche

bye bye Moose Crossing
I believe I can fry - bevor es nach Calgary geht


Mit letzter Woche meine ich die letzte Woche in BC (=British Columbia), und damit auch im Royal-Städtchen Victoria.
Wie ich so in mein Flur ziehe, da meine rührende Vermieterin es verplant hat mich noch für eine Woche zu hosten länger zu hosten, schmiede ich Pläne für die letzte Woche. Sie wird voll. Soviel weiß ich jetzt schon.
Bleiben wir kurz bei der Wohnsituation. Wir fachsimpeln am Küchentisch, wo ich denn nun am besten hausen könnte für die letzte Woche. Wir einigen uns auf den Flur im oberen Geschoss, den ich also fast für Umme beziehe.

Tja Reisen ist eben kein Luxusurlaub und für die außergewöhnliche Lebenserfahrung - und wenn es um Costa Quanta geht - mache ich da gerne Abstriche im Wohnkomfort. 


Nationalfeiertag in Kanada


Es ist Canada Day. Und diesen feiern wir ausgiebig. Die Harbour Gegend ist erwartungsgemäß hochfrequentiert. 151 Jahre Kanada. Unfassbar. Wenn ich so daran denke, dass wir eben erst den 100. Geburtstag meines Großvaters zu feiern und nun soll ich hier den 151 Geburtstag eines Landes feiern. Nicht schlecht. Traditionell wird in den Canada-Day mit einem Pancake Frühstück gestartet. Für mich fällt das flach, denn Moose Crossing wartet auf mich, und ich werde einen Teufel tun am Sonntag Morgen ein Buffet der Extraklasse für mich zuzubereiten. 

Trotzdem steht eine kurze Schicht bevor.  Wie ich so die Shirts falte, lausche ich zur Musik. Denn das Radioprogramm im Laden kenne ich mittlerweile auswendig. Nur heute kommen wir in den Genuss etwas Abwechslung zu hören. Waoh.

Am Nachmittag schlendere ich über den Harbour. Die Parade scheint schon vorbei zu sein. Nach dem fragwürdigen Programm vor dem Parliament gönne ich mir eine Pause. Das Manifest in Victoria ist ein wenig flach. Enttäuscht beschließe ich mir eine Pause zu gönnen bevor ich am Abend auf meine betrunkenen Freunde treffe, die gerade mit der Polizei diskutieren während ich mich zu ihnen geselle. In Kanada ist nämlich verboten Alkohol auf der Straße zu konsumieren. Und am Canada Day gibt es erst recht keine Ausnahmen.


Nun aber wirklich mit Endspurt in den wohlverdienten Roadtrip


Mein freier Tag, es ist ein Montag, rauscht in no time an mir vorbei. Ich sollte tausend andere Dinge machen, entschließe mich aber dafür nicht immer das zu tun was man so sollte. Ich gönne mir den Spaß und gehe nochmal auf die Whale watching Tour. 

Live is there for living und schon bald leutet der nächste Feierabend ein, und ein alter Schulfreund und seine Freundin strahlen mich an. Was für ein Wiedersehen! 

Gerne spiele ich den lokalen Travel Guide und zeige den beiden die Nachbarschaft und den wunderschönen James Bay. Ein Pech, dass der Erkältungsteufel zu geschlagen hat, meine Schädel vor Druck fast platzt, ich mich aber dennoch zusammen reiße und die Zeit voll genieße. 

Nun sind die beiden verabschiedet saust der nächste Arbeitstag an mir vorbei. Ich gönne mir keine Ruhe, denn heute wird die deutsch-russische Freundschaft gepflegt. Sprich mein russischer Kollege lädt mich zum Essen ein. Nach einem kleinen Harbour Walk - hier muss man wohl wissen, dass das der Klassiker in Downtown Victoria ist-  und einer hitzigen Debatte, wo wir denn nun einkehren landen wir in einem Nobel-Restaurant. 
Meinem Gemüt geht es nicht besser. Schmerztabletten sind wohl auch nicht das was sie mal waren.

Ich sitze da wie ein Schluck Wasser und so ist es mein Gemütszustand auch. Schade, dass ich nicht so ganz auf zack bin. Der grippale Infekt schränkt mein Kleinhirn ziemlich ein und so kann ich mit meinen Russisch Kenntnissen nicht wirklich trumpfen. Was solls - in Englisch klappt´s besser. Äußerst belebende Gespräche lassen meine Beschwerden nun doch sehr schnell abklingen.

It´s all about the company

Piotr hat mit 16 Jahren Russland verlassen und wer mich kennt weiß wie sehr ich für das Land brenne, also quetsche ich ihn aus. Russische Medizin, Kultur und die verschiedensten Reiseregionen. Punkt für mich; am Ende gibt er zu: „Ich vermisse die russische Banja.“.
Es geht doch. Seit Wochen will er mich versichern, dass in Kanada alles viel cooler ist als in seinem Heimatland. Das hat er für mich aber nie so ganz ausgestrahlt und so konnte ich ihm das nicht abkaufen. 

James Bay mein Traumhaus
Peter - unsere Hauskatze in James Bay
Die Zeit vergeht wie im Flug und das obwohl wir ein Dreigänge Menü verputzen. Er bringt mich noch heim, und lauert wie so manch andere meiner zauberhaften Kollegen auf mein Zimmer in James Bay. Ich meine erstens habe ich es super angepriesen und zweitens ist es einfach göttlich. Meine Landlady (Vermieterin) und ich verstehen uns echt gut, und so macht es das Zusammenleben halt nich angenehmer. 
Sie hat das Haus mal als Bed & Breakfast betrieben und so steht das ein oder andere Mal ein Muffin oder ein Stück Kuchen bereit. Das sie dabei sogar noch auf meine Essgewohnheiten eingeht macht sie natürlich noch viel smarter.

Zurück zur deutsch-russischen Freundschaft.
Piotr will an diesem Abend unbedingt noch auf Joan - meine Vermieterin - treffen, da unser Haus aber nicht mit einem Zoo zu verwechseln ist, muss ich ihm klar machen das das nicht geht und er nun seinen Heimweg antreten darf. 

Dieser Kerl ist zwar ein bisschen arrogant, aber dennoch ziehe ich den Hut vor ihm. Mit 21 Jahren weiß er genau was er will, und strahlt wie ein Honigkuchenpferd sobald er seinen gehassten Job im Moose Crossing antritt. Immer.

Mit seinem russischen Ursprung hat er natürlich noch einen Stein bei mir im Brett, aber das muss ich ja nun nicht noch ein zweites Mal erwähnen.
Ich werde den Strahlemann der mit einem äußerst femininer Kopfbedeckung, sprich einem Artikel aus dem Laden,  seinen Kopf bedeckend, und lachend als sollte es Putin bis nach Russland hören, vermissen. 

Mittwoch, 27. Juni 2018

Mit Speck fängt man Mäuse

Gletscher, Inseln und Leuchttürme - pure Freiheit
Gletscher ein Leuchttürme und Inselgruppen - ein Traum


Schließlich und endlich muss ich meine Aussage revidieren.

Meine Souvenir-Karriere wird meinen Lebenslauf nicht pushen, aber sie hat einige Benefit´s. Meine Chefin und ich sind warm geworden.

Supervision gehört der Vergangenheit an. Freizeitpläne werden sogar geschmiedet. Geht doch.

Montag, 28. Mai 2018

So gewinnst du keinen Blumentopf.

Supernahe Wildnis
Wildnis zum Greifen nah

Wir kennen sie alle: die Garantie.

Nur gibt es im Leben halt kaum eine Garantie. Kanada ist schön, keine Frage.
Leider kann ich  noch nicht unterschreiben, dass die Lebensqualität hier vielen Industrieländern voraus ist. Klar, freizeitmäßig absolut.

Langsam aber sicher habe ich die Krise in Vancouver verstanden. Die Problembekämpfung wird wohl noch bis zum Sankt-Nimmerlandstag dauern. Über 1.000 Menschen sterben jährlich an Drogenmissbrauch. Sorry, die schönen Gärten in Vancouver können den Eindruck der Obdachlosen nicht wett machen.

Ich ziehe die Reißleine. Wenn ich mir dazu noch die Preise für Wohnraum anschaue, wird es nicht besser.

Dienstag, 15. Mai 2018

Mittwoch, 2. Mai 2018

Chicken und Waffles

Portland ist der Insider unter den Amerikanern. Gefühlt will jeder hier leben, ganz egal ob er aus Florida oder Idaho kommt. Warum? - Ganz einfach. Portland hat das beste Verkehrsnetz was ich Öffi´s angeht. Portland sorgt dafür, dass die Stadt nicht aus allen Nähten platzt. Suburbs sind nicht erlaubt. Portland sorgt dafür, dass die Stadt sukzessive autofrei wird. Jeder Haushalt darf genau vier Hühner - aus Lautstärkegründen - ohne Hahn halten. Lokale kleine Farmen werden unterstützt und Konsumenten legen wert auf regionale Produktion.

Keep Portland weird


Samstag, 14. April 2018

Verloren in der Dotcom Krise und der Goldrausch

Was solls. Eine günstige Bleibe im Yosemite Nationalpark habe ich nicht mehr bekommen, also geht's erstmal weiter nach San Francisco.




Strahlender Sonnenschein und lächelnde Menschen. So werde ich von Frisco, San Fran oder nüchtern San Francisco empfangen. Das Hostel nicht weit weg vom Union Square, zeigte mir dann gleich mal die bekiffte Seite der Stadt. Nun, was soll ich sagen - gehört ja gewissermaßen auch dazu, oder? Als ich dann endlich am trödeligen Checkin vorbei war, erklimmte ich mein "diese-Leiter-wird-niemals-enden-Bett", was ich dann so schnell nicht mehr verlassen habe. Es hatte immerhin einen Vorhang, und ich Privatsphäre.

Realitätscheck: Letztes Jahr auf dem Jakobsweg wäre das schon auch mal eine Tagesetappe gewesen

Mittwoch, 4. April 2018

Was ich tue, wenn alles schief geht

Die Zeit in Santa Barbara ist nicht so wie ich sie mir vorgestellt haben, sondern eher so lala. Santa Barbara selbst bezeichnet sich als die amerikanische Rivera, und das zurecht. Vor seiner Küste beherbergt es den Channel Island National Parc, die Galapagos Inseln Nordamerikas. - Ich habe mir also ein Örtchen für die Traumworcation ausgesucht.

Da die Tage nun aber nur so lala waren, nutze ich die Zeit  um noch mehr in die Tasten zu hauen. Manchmal packt dich das Leben halt am Kragen und dann machst  du eben das Beste draus.

Von Anfang an. Nach dem Checkin im Wayfarer lief alles wunderbar. Soviel Luxus und Stil hatte ich ewig nicht.